Rückblick: Die Kunst des Lebens

Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama lehrte 2009 in Frankfurt. Über 52 000 Menschen insgesamt haben das geistliche Oberhaupt der Tibeter und Schirmherrn des Tibethaus Deutschland, den Dalai Lama, in Frankfurt bei seiner Vortragsreihe vom 30. Juli bis 2. August 2009 in der Commerzbank-Arena erlebt.

 

S. H. der Dalai Lama 2009 in Frankfurt

S. H. der Dalai Lama 2009 in Frankfurt

Am letzten Tag kamen alleine 15 000 Besucher, um den Abschlussvortrag des Friedensnobelpreisträgers über "Die Kunst des Lebens" zu hören. Sein Besuch stieß auch auf großes Interesse der Medien.

 

Um die Durchführung des Besuchs in Frankfurt zu gewährleisten, war im Vorfeld schon Jahre vorher von den drei veranstaltenden Vereinen (die Deutsche Buddhistische Union e.V., die Deutsch-Vietnamesische Buddhistische Gemeinde e.V. sowie das Tibethaus Deutschland e.V.) die Gesellschaft „Buddhismus in Frankfurt a. M. 2009 gGmbH" gegründet worden.

 

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 30. Juli erklärte der Dalai Lama, dass es in fast allen Religionen darum gehe, einen friedvollen und ausgeglicheneren Geist zu finden. Er rief dazu auf, alle Religionen zu respektieren.

 

Er kommentierte in den ersten beiden Tagen den wichtigen buddhistischen Basistext „Die Mittleren Stufen der Meditation“ des indischen Gelehrten Kamalashila. Dieser philosophische Text aus dem 9. Jahrhundert beleuchtet – ganz modern - folgende Themen: Was ist der Geist? − Wie entwickele ich Mitgefühl und Ausgeglichenheit? − Was bedeutet Weisheit? − Was ist wirklich? − Was ist trügerisch? − Was hilft mir, die wesentlichen Dinge im Leben zu erkennen? − Wie kann ich bewusster leben?

 

Das Programm des Wochenendes stand unter dem Motto: „Eine Welt – Ein Geist – Ein Herz“. Der Dalai Lama tauschte sich mit renommierten Wissenschaftlern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (mit Prof. Tanja Singer, Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Prof. Dr. Mojib Latif, Prof. Götz W. Werner, aber auch mit Anselm Grün, Glassman Roshi u.a.) über globale und persönliche Verantwortung, Wirtschaft & Ethik sowie Umwelt aus. Am Sonntagnachmittag sprach Seine Heiligkeit über eines seiner wichtigsten Anliegen, über die Entwicklung von Mitgefühl.

 

Besonders berührend war auch die Audienz mit den Exiltibetern, die aus allen Himmelsrichtungen angereist waren, um ihr Oberhaupt zu sehen und seine Ratschläge zu hören. Insbesondere die Frauen, die in farbenprächtige Brokatkleider gekleidet waren, ließen noch etwas vom „alten Tibet" und seiner beeindruckenden Kultur erahnen.

 

Auch dafür steht der Dalai Lama: er ist ein nicht müde werdender Mahner der Bedeutung der tibetischen Kultur als wichtigen, zu schützenden Beitrag zum Weltkulturerbe.

 

Das dürfen wir nicht vergessen.

 

S.H. der Dalai Lama und Dagyab Rinpoche

S.H. der Dalai Lama und Dagyab Rinpoche