S. H. der Dalai Lama - Schirmherr des Tibethauses

Der Dalai Lama hat 2005 während einer Audienz in Wiesbaden die Schirmherrschaft für das Tibethaus Deutschland übernommen. Was bedeutet diese Geste?

  
Von seiner Seite aus ist es zunächst ein großer Vertrauensbeweis, denn er ist normalerweise äußerst zurückhaltend, was seine Bürgschaften angeht. Das offizielle „Gütesiegel“ seiner Schirmherrschaft tragen nur zwei Tibethäuser weltweit, das Mutterhaus in New Delhi und das in New York.


Das Vertrauen des Dalai Lama ist natürlich auf das Engste mit der Tatsache verbunden, dass der spiritueller Leiter des Tibethauses, S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche, ein enger Freund und Weggefährte von ihm ist.


Die beiden kannten sich schon in Tibet in den 50ern, damals haben sie sich bedingt durch das strenge Hofprotokoll nur sehr formell begegnen können. Nachdem sie 1959 gemeinsam nach Indien geflüchtet waren, haben sich die Verhältnisse bald grundlegend geändert. In den Anfangsjahren in Dharamsala im indischen Exil haben die beiden jungen Männer sich mehrmals in der Woche ganz zwanglos getroffen und ausgetauscht. Der Dalai Lama hat auch sehr bald Dagyab Rinpoche gebeten, die Leitung des Tibethauses in New Delhi zu übernehmen. Er hat dabei in dem jungen Tibeter nicht nur einen hohen Würdenträger gesehen, sondern auch seine herausragende intellektuelle Kompetenz und menschliche Integrität. 1967 ist dann Dagyab Rinpoche an die Universität Bonn berufen worden, um dort zu lehren und zu forschen. Doch der intensive Kontakt ist nicht abgerissen.


Erst in den letzten Jahren, in denen der Dalai Lama viele Monate in der ganzen Welt als buddhistischer Lehrer und Mahner für mehr Menschlichkeit unterwegs ist, gibt es weniger Möglichkeiten, sich zu treffen.

S. H. der Dalai Lama und Dagyab Rinpoche

S. H. der Dalai Lama und Dagyab Rinpoche