Kurze Biographie des Dalai Lama

S. H. der XIV. Dalai Lama wurde 1935 in einer Bauernfamilie in der nordosttibetischen Provinz Amdo geboren. Voraussagen des 1933 verstorbenen XIII. Dalai Lama und Orakel hatten dem Suchtrupp den Weg zum Ort seiner Reinkarnation gewiesen.

 

Der damals zweijährige Knabe wurde einer sehr genauen und strengen Überprüfung unterzogen. Das Kind musste den Beweis erbringen, dass es sich eindeutig an das vergangene Leben erinnern kann. Nachdem seine Identität feststand, erfolgte am 22. Februar 1940 die feierliche Einsetzung des Kindes auf dem Löwenthron in Lhasa.

 

Der Dalai Lama – das ist ein mongolischer Ehrentitel – , der „Ozean der Weisheit“, wird übrigens von den Tibetern eher Kündün, Yeshe Norbu oder Gyälwa Rinpoche genannt.

 

Der zukünftige Herrscher von Tibet durchlief eine strenge Ausbildung, die ihn auf sein Amt vorbereiten sollte. Im Sommer 1949 begannen die Chinesen mit der Invasion Tibets. Nach einem Volksaufstand am 10. März 1959 gegen die chinesischen Besatzer sah sich der Dalai Lama gezwungen, nach Indien zu fliehen. An die einhunderttausend Tibeter folgten ihm unter Lebensgefahr. In dem kleinen Bergort Dharamsala (Nordindien) baute der Dalai Lama die demokratische Exilregierung Tibets auf.

  

S.H. der Dalai Lama in den 1950er JahrenIn den ersten Exiljahren wandte er sich an die UNO, um eine Lösung für die Tibetfrage zu finden, und erreichte mehrere Resolutionen, in denen China aufgefordert wurde, die Menschenrechte der Tibeter und ihren Wunsch nach Selbstbestimmung zu respektieren. Leider bis zum heutigen Tag ohne Erfolg. Der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung setzten sich für die Rettung des tibetischen Volkes und seiner Kultur ein: Flüchtlinge wurden versorgt und ein tibetisches Schul- und Universitätssystem aufgebaut.

 

Sein unermüdlicher Einsatz zur Verständigung der Völker, der Religionen, sein unbeirrtes Festhalten an der gewaltlosen Befreiung Tibets brachten ihm weltweite Anerkennung, Sympathien, eine ungeheure Popularität und am 10. Dezember 1989 den Friedensnobelpreis ein.

 

Im März 2011 hat der Dalai Lama das tibetische Exil-Parlament gebeten, ihn von seinen politischen Aufgaben zu entbinden. Demokratisch gewählte Volksvertreter sollen ihn ersetzen.

 

Der Dalai Lama inspiriert durch natürliche Freundlichkeit, viel Humor und beeindruckt durch umfangreiches Wissen, klarem Denken und der Fähigkeit, sich selbst als auch seine Religion distanziert zu betrachten.

 

Viele Wochen im Jahr reist er um die Welt, um auf Bitten der Menschen die traditionellen buddhistischen Texte zu erklären oder öffentliche Vorträge zu halten. Er engagiert sich auch stark für den Dialog mit Wissenschaftlern, insbesondere in den berühmten „Mind and Life“-Konferenzen. Ein weiteres Anliegen ist für ihn das Treffen mit Kindern, Jugendlichen und Studenten.

 

In den letzten Jahren hat er sich auch vermehrt für eine säkulare Ethik jenseits der Religionen stark gemacht und gemeinsame Werte und globale Verantwortung thematisiert.

 

S. H. der Dalai Lama ist schon seit vielen Jahren mit den Bürgern in Hessen verbunden. Vom 12. bis 14. September 2017 wird er nun auf Einladung des in Frankfurt ansässigen Tibethauses, dessen Schirmherr er ist, nach Frankfurt kommen und das neue Tibethaus feierlich eröffnen.